Dienstag, 4. März 2008

Nikotinjunkie ohne Hirn?


Nikotinabhängige Raucher weisen im Gehirn ähnliche Defizite auf wie andere Suchtkranke.


Das haben Mainzer, Aachener und Dresdner Wissenschaftler herausgefunden.


Bei Rauchern ist wie bei Alkohol-, Kokain- oder Heroinabhängigen die natürliche Wirkung des als Glückshormon bezeichneten Dopamin geringer.


Das Dopamin-System im Gehirn ist entscheidend daran beteiligt, Neues interessant zu finden und eine Belohnung bei bestimmten Auslösern vorwegzunehmen.Das bedeutet, dass Raucher im Vergleich zu Nichtrauchern lieber eine direkt verfügbare Belohnung wählen, auch wenn sie kleiner ausfällt als eine spätere Alternative.


Das haben auch Forscher vom Baylor-College für Medizin im texanischen Houston mit einem spielerischen Experiment festgestellt: 31 chronische Raucher spielten zwei Tage lang auf einem virtuellen Börsenmarkt auf Grundlage historischer Aktienkurse. Die dabei ablaufende Hirnaktivität verglichen die Wissenschaftler mit einer Stichprobe von Nichtrauchern einer früheren Untersuchung. Es zeigte sich, dass bei den Rauchern Lerneffekte ignoriert wurden. Im Gegensatz zu den Nichtrauchern hing ihre Entscheidung für den nächsten Spielzug nicht von den Ergebnissen bisheriger Züge ab. Zudem verstanden sie ihren Gewinn aus erfolgreichen Spielzügen nicht im klassischen Sinn als Belohnung.



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