
Kaputte Lunge schon mit Mitte 30
25.04.08 - Die Faustregel, wonach Raucher durchschnittlich 10 Jahre früher sterben, gilt nur für diejenigen, die als Erwachsene zu rauchen beginnen. Für jugendliche Einsteiger sind die Aussichten noch erheblich trüber.
Je früher der Einstieg, desto stärker die Sucht.
"Bislang galt, dass Raucher im Durchschnitt eine um 10 Jahre geringere Lebenserwartung haben - aber wie wir jetzt wissen, gilt das nur für diejenigen Raucher, die erst im Erwachsenenalter mit dem Zigarettenkonsum begonnen haben", erklärt Prof. Stefan Andreas, Chefarzt an der Lungenfachklinik Immenhausen. Wer bereits im Alter von 14 oder 15 Jahren mit dem Rauchen anfängt, verkürzt seine Lebenserwartung möglicherweise um mehr als 20 Jahre.
Je früher mit dem Rauchen begonnen wird, umso stärker nikotinabhängig werden die Betroffenen. "Das ist auf die größere Neuroplastizität bei Heranwachsenden zurückzuführen, deren Gehirne sich ja noch in der Entwicklung befinden", erläutert Prof. Georg Winterer, Leitender Oberarzt an der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Düsseldorf. "Bei manchen fräst sich die Sucht quasi so tief in das Gehirn, dass sie diese ihr Leben lang nicht mehr aus dem Kopf bekommen."
Stresstoleranz sinkt, Risiko für Depressionen steigt
Ein starker Willen allein reiche dann oft nicht mehr aus, um die Hürde des Aufhörens zu meistern. Miittlerweile - so Winterer - ist auch bekannt, dass Nikotin das Gehirn nachweislich verändert und schädigt. So versuchen viele Raucher Stress, mangelnde Konzentrationsfähigkeit oder Depressionen durch den Konsum von Nikotin zu lindern. Die erzielten Effekte durch das Nikotin sind allerdings nur ganz kurzfristig wirksam.
In Wahrheit und langfristig gesehen werden Stresstoleranz und kognitive Leistungsfähigkeit immer schlechter und das Risiko für Depressionen immer größer.
Aufhören, bevor sich eine Raucherlunge entwickelt
Je früher mit dem Rauchen begonnen wird und je mehr Zigaretten geraucht werden, umso eher im Leben entwickelt sich - anfangs unbemerkt - eine COPD."Ab einem bestimmten Punkt sind die Entzündungsprozesse in der Lunge nicht mehr umkehrbar", warnt Welte.
Früher, als die meisten Raucherkarriere erst mit 20 oder später begannen, wurde dieser Zeitpunkt im fünften Lebensjahrzehnt erreicht. Wer als Jugendlicher anfängt, kann eine COPD mit zunehmender Atemnot und progredientem Funktionsverlust zehn Jahre früher bekommen.
Deshalb wäre es laut Welte am besten, so bald wie möglich mit dem Rauchen aufzuhören. Spätestens mit 30 bis 35 Jahren.
me / Quelle: http://www.lungenaerzte-im-netz.de/
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